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Phil Meier - Im Powder zuhause

Phil Meier ist einer der Wegbereiter des Backcountry Freestyle Skiing. Wohin sein eigener Weg führt, hängt davon ab, wo der Schnee gerade am besten ist. «Gelegenheiten können dein Leben ändern», weiss Phil Meier. Sie können, wenn man sie packt und genau das tat Phil an jenem Tag Ende des letzten Jahrhunderts, im Büro eines Genfer Finanzinstituts. Dem Buchhalter, der schon immer jede freie Minuten in den Bergen verbracht hatte, war ein Saisonvertrag als Freeskier angeboten worden.
«Eigentlich wollte ich mein Pensum nur reduzieren, um mehr Zeit fürs Skifahren zu haben. Als mein Chef nicht einwilligte, kündigte ich.» Phil Meier, Sohn eines Deutschschweizers und einer Jamaikanerin, kehrte nie mehr ins Büro zurück.

Eine neue Ära
Sein Vater nahm ihn schon als Kind mit auf Skitouren und brachte ihm das Wissen bei, um in den Bergen zu überleben. Phil entdeckte die Snowparks für sich «Meinen ersten Vertrag hatte ich als Freestyler. Ich fuhr Slopestyle und Halfpipe Contests», erinnert er sich. Als einer der ersten probierte Phil Freestyle Moves im Backcountry aus. Die logische Kombination aus allem, was er am Skifahren liebte: Powder, Airtime und Tricks. Ein Foto aus diesen Tagen machte Phil Meier berühmt und zu einem der Gründer einer neue Ära des Skisports: Ein Fotograf war dabei, als er einen Misty Flip über ein Cliff machte. Wenig später war das Bild überall.

Mittlerweile unterschreibt Phil seine Lines mit Backflip Mutes über zehn oder mehr Meter hohe Felsen. Er fliegt auf die entlegensten Berge der Welt um Ski zu fahren. «Ja, mein Leben ist ein Traum», stimmt er zu und weiss, dass er es sich mit Talent und intelligent eingesetzter Risikofreude verdient hat. Inzwischen ist er verheiratet und Vater des kleinen Loé. In seinem Beruf tritt er deswegen nicht kürzer. «Ich bin viel auf Reisen. Aber wenn ich zuhause bin, dann habe ich viel Zeit für meine Familie», erklärt er. Er war schon Skiprofi, als er seine Frau kennen lernte. Die beiden wussten, worauf sie sich einlassen. Auf die Gefahren seines Berufs angesprochen meint er nur: «Wild drauf los gefahren bin ich auch früher nie. Das geht auf dem Berg nicht.»

   
Jamaika und die Deutschschweiz
Seine Eltern haben Phil Meier deutschschweizer Seriosität und jamaikanische Lockerheit mitgegeben.
Phil Meier geniesst das Leben in vollen Zügen. Dabei ist er Realist. «Ich werde nicht ewig mit Skifahren mein Geld verdienen können. Darum baue ich mir jetzt etwas auf, das dann bereits läuft, wenn ich aufhöre.» Dieses Etwas ist ein Mountainbike Shop im Wallis. Das Bike ist Phils Spassinstrument in den Bergen, wenn kein Schnee liegt. Früher war er ein paar Jahre lang Mitglied der Downhill-Nationalmannschaft. Heute ist er auch auf zwei Rädern ein Freerider, dessen Runs Magazinseiten und Filmsequenzen zieren. «Der Bikeshop entspringt wohl meiner deutschschweizer Hälfte», sinniert er. Ins Büro zieht es ihn aller seriösen Erbanlagen zum Trotz nicht zurück.

Die jamaikanische Lockerheit kommt freilich nicht zu kurz. Phils Kariere als Freeskier ist noch weit von ihrem Ende entfernt. Solange er damit sein Geld verdient, lässt er den Powder auf sich zukommen, ohne daran zu denken, wie lange er das noch machen kann. Oft weiss Phil nicht, wo er die nächste Woche verbringen wird: «Ich bin dort, wo der Schnee gut ist.»
 





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