Fünf Kajak-Rookies, ein Profipaddler von Weltruf und ein gemeinsamer Tag. Der US-Amerikaner Tao Berman zeigte dieser Tage sein Können in den Wasserläufen rund um Lienz und stand den jungen Österreichern mit Tipps und Tricks zur Seite. Ein anspruchsvolles Programm für beide Seiten, bei dem der Spaß dennoch nicht zu kurz kam.
Der Iselkatarakt und die Wasserfallstrecke auf der Schwarzach – die ehrgeizige Vorgabe der Rookies für den Workshop mit Extrempaddler Tao Bermann; der fühlte sich seinerseits an die eigenen Anfänge erinnert: „Als ich in diesem Alter war, war ich genau so. Damals habe ich mich auch überall hinunter gestürzt." Genug Erfahrungen gesammelt, konnte er in Sachen Sicherheit einiges weitergeben: „Man muss immer im Kopf behalten, was im schlimmsten Fall passieren könnte und genau das möchte ich mit den Jungs üben."
Der erste Spot, der berühmte und ebenso berüchtigte Iselkatarakt, zeigte sich von seiner besten Seite: schwer aber fair. Im strahlenden Herbstlicht wurde zunächst ausgiebig besichtigt, ehe sich Tao und Lukas Seitner dazu entschieden, die gefunden Linien auszuprobieren. Alles lief perfekt, auch der Rest der Crew folgte kurz darauf ohne erwähnenswerte Probleme. Einzig der Pechvogel des Tages – Jan Gatterer – büßte eine kleine Unachtsamkeit am Ende des Katarakts mit einem aufgeschlagenen Finger.
Im Defereggenbach (Schwarzach) konnten weder der niedrige Wasserstand, noch die fehlende Sonne in der engen Klamm die Stimmung der Teilnehmer mindern. Tao leistete die Pionierarbeit und zeigte im ersten Wasserfall warum er als bester Extrempaddler der Welt gilt. Völlig entspannt und trotzdem perfekt befuhr er die Einfahrt und den anschleißenden Drei-Meter-Fall. Nachdem vier Fünftel des Teams beinahe ebenso locker unten ankamen, folgte das spektakuläre Highlight des Tages: Jan verpasste in der Einfahrt den entscheidenden Paddelschlag und plumpste ohne Speed über die Kante der Stufe. Den anschließenden Kampf gegen den Rücklauf konnte er nicht für sich entscheiden. Zu allem Überfluss befuhr sein Boot danach auch noch solo den zweiten Fall.
Ohne weitere Zwischenfälle, dafür mit umso breiterem Grinsen in den Gesichtern aller Paddler endete der Tag beim Pläneschmieden für das nächste Jahr.