Skating is not a crime ... well, not this time
Wo Red Bull Access All Areas Station macht, wird an normalen Tagen schon das Denken an ein Skateboard unter Strafe gestellt. Auf die Idee, in einer peruanischen Army Special Forces Base oder auf einer streng abgeriegelten spanischen Staumauer zu skaten, würde aber ohnehin keiner kommen. Oder etwa doch?
„Wie ein Traum.“ So beschrieb der israelische Skate-Pro Boaz Aquino seinen Tag am Tous Dam in der Nähe von Valencia (Spanien). Zusammen mit vier Skatern aus Spanien, Frankreich und Argentinien hatte er den gewaltigen Komplex zum Red Bull Access All Areas-Schauplatz erklärt. Die riesige Staumauer, eine 170 Meter lange Brücke, zwei 90 Meter hohe Türme und ein betonierter Überschwemmungskanal in der Form einer Halfpipe waren die wichtigsten Merkmale des überdimensionalen Skateparks. Zusätzlich bot sich vergessener Industrieschrott zum Tricksen, Grinden und Überspringen an. Ein Geheimtipp für andere Skater ist der Spot allerdings nicht: Der Zutritt war nur auf dem unbequemen Weg über einen hohen Zaun möglich – und die massiven „Betreten verboten“-Schilder, die darauf montiert waren, konnten nur eine unzureichende Steighilfe bieten.
In the army now
Fast zur gleichen Zeit checkte ein paar tausend Kilometer weiter südwestlich eine achtköpfige peruanische Skater-Crew einen Spot ganz anderer Art ab: Für Red Bull Access All Areas öffnete die peruanische Armee einen Tag lang ihre Special Forces Base, Teil des streng geheimen National Intelligence Service – und bot den Skatern Obstacles völlig neuer Art: „Über den Militär-LKW und die brennenden Reifen zu springen, fand ich am genialsten“, sagt Teilnehmer Peter Chlebowski, dem beim Sprung über den zwei Meter hohen Truck sogar ein 360 gelang. Außer LKWs und Panzern wurde auch die Freizeitzone der Soldaten zum Skatepark umfunktioniert: Zwischen den Tischen, wo die Einheit normalerweise ihre Mahlzeiten zu sich nimmt, errichteten die Skater Rampen und Barrikaden. „Nur über die Picknick-Tische durften wir nicht grinden“, erzählt Yosip Yactayo – und wer könnte einer schwer bewaffneten Spezialeinheit schon einen Wunsch abschlagen?
Skaten auf „verbotenen“ Plätzen
Red Bull Access All Areas tilgt seit 2005 die weißen Flecken von der Skateboarderweltkarte – und ermöglicht lokalen Sportlern, für ein paar Stunden an Plätzen zu skaten, an denen Ollies und Kickflips normalerweise nicht nur illegal, sondern oft auch gefährlich sind – in der Vergangenheit etwa auf einer Autobahn, in einem Gefängnis und in einem Stripclub. Vorschläge für neue Red Bull Access All Areas-Ziele kann jeder Skater auf der offiziellen Website hinterlassen.