Red Bull X-Alps 2007 - Schweizer Teilnehmer

Paragleiten

Red Bull X-Alps 2007 - Schweizer Teilnehmer

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Der Countdown läuft
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Drang zum Extremen Es ist ein Abenteuer, wie es dieses auf der Welt nur einmal gibt. Red Bull X-Alps – eine Kombination aus Wandern und Paragleiten. Was so harmlos klingt, hat mittlerweile den Ruf des härtesten Adventure Race der Welt. Entbehrung, Schmerz und Gefahren – damit ist Alex Hofer bestens vertraut.

Hofer ist einer von 30 Teilnehmern am diesjährigen Red Bull X-Alps. Dem Heimberger (BE) wird ein ausgeprägter Drang zum Extremen nachgesagt. Nicht verwunderlich, denn lediglich mit Wanderschuhen und einem Paragleiter ausgerüstet will Hofer die Alpen von Österreich bis nach Frankreich überqueren. Den Hang zum Abenteuer verspürt der in China lebende Schweizer seit Jahren. 1993 packte ihn erstmals das Fieber, sich mit einem Paragleiter in luftige Höhen zu begeben. „Die Landschaft aus der Vogelperspektive zu beobachten war zehn Jahre lang mein Leben“, lässt Hofer wissen. Es waren auch Erfahrungen, die ihn in jeder Hinsicht prägten: „Ich habe die grössten und schönsten Abenteuer erlebt und viele gleich Gesinnte kennengelernt.“ Grindelwald, Sierra Nevada und Lanzhou hat Hofer von seinen Flügen noch bestens in Erinnerung.

Im Zuge des Red Bull X-Alps steht nun die Überquerung der Alpen auf dem Programm. Für den Schweizer keine neue Erfahrung. „Ich kenne die Weiten der Alpen von meinen Cross-Country-Flügen. Die Thermik ist eine Wucht, die Alpen sind ein idealer Spielplatz für mich“, kommt Hofer ins Schwärmen. Red Bull X-Alps kennt er nur zu gut. Bereits 2005 stellte sich Hofer dieser Herausforderung. Gegner kannte der Athlet nicht. Ob ideal vorbereitete Konkurrenz, massenhaft Schnee und heftige Regenschauer, das alles liess der 30-Jährige hinter sich. Auf dem Weg zum Ziel konnten Hofer selbst die kalten, nassen Nächte nichts anhaben. „Das Rennen dauert 24 Stunden täglich. Es ist wirklich intensiv“, erinnert er sich an die Landung in Monaco und bleibt trotzdem begeistert. Bevor er im Ziel eintraf, war Hofer zwölf Tage, eine Stunde und 20 Minuten unterwegs. Schneller war nur sein Landsmann Kaspar Henny beim ersten Abenteuer 2003. Elf Tage und 23 Stunden brauchte Henny vom Dachstein nach Monaco.

Dass er seinen Erfolg von vor zwei Jahren wiederholen will, ist nur selbstverständlich. Zählt sein Sieg 2005 doch zu den grössten Errungenschaften seiner bisherigen Karriere. „Es war mein wichtigster Sieg, ein grossartiger Moment. Obwohl das Wetter uns fast einen Strich durch die Rechnung machte“, denkt Hofer zurück. Dieses Glücksgefühl will der Berner auch heuer wieder erfahren. Verlieren passt nicht zum ehrgeizigen Athleten.

Um sich für das Red Bull X-Alps fit zu halten, stehen Laufen und Wandern auf dem Programm. Wo andere längst einen Lift benützen, ist Hofer zu Fuss unterwegs. Seine Wohnung befindet sich im 33. Stock. Ob ihm dieses Training beim Red Bull X-Alps zugutekommt, muss der Schweizer erst herausfinden. „Wir werden sehen“, lautet der Kommentar.

„Cool bleiben, die richtigen Entscheidungen treffen und dies unter extremen Bedingungen ausleben“, beschreibt Hofer, der seinem Körper Strapazen an die Grenze der Belastbarkeit zumuten will, die Herausforderung. Faszinierend findet Hofer, zwei Wochen nichts anderes zu tun, als den Wettbewerb zu gewinnen. „Und nebenbei einige schöne Flüge zu erleben“, hofft Hofer. Seine jahrelange Erfahrung spricht für ihn.

„Jeder Flug ist eine neue Erfahrung“
Red Bull X-Alps – eine Alpenüberquerung der besonderen Art. 850 Kilometer zu Fuss oder mit einem Paragleiter. Gletscherüberquerungen und taktische Entscheidungen: Bei Schlechtwetter stehen bleiben oder weitergehen? Fragen, mit denen sich Urs Lötscher ab 23. Juli auseinandersetzen muss. Er ist einer von drei grenzenlos-denkenden Schweizern, die sich den Sieg beim Red Bull X-Alps erhoffen. Begründet.

Lötscher muss sich nicht mit den Hindernissen beim Red Bull X-Alps auseinandersetzen, er will! Denn mit 50 Jahren zählt für den hauptberuflichen Pädagogen im Jahr 2007 erneut nur der Sieg. Bei den bisherigen Red Bull X-Alps 2003 und 2005 stand er bereits am Start. Beim ersten Antritt 2003 haderte der verheiratete Schweizer aus Benken (SG) mit dem Pech. An zweiter Stelle liegend musste er aufgeben. Schlussendlich an der fünften Position im Klassement, landete er beim zweiten Versuch auf dem zweiten Rang.

Paragleiten ist seit 1986 ein Lebensinhalt des Buchautors. „Es ist Beruf und Hobby zugleich“, bekräftigt Lötscher. Weil er neue Erfahrungen sammelt und keine „Lieblingsstrecke“ im Kopf hat, scheint er für die Herausforderung geboren zu sein. „Ich fliege überall gerne. Bisher war der letzte Flug immer der schönste“, gesteht Lötscher. „Das Fliegen in den Alpen ist von Tag zu Tag, von Wettersituation zu Wettersituation unterschiedlich“, versucht Lötscher die Faszination der Alpen zu erklären und glaubt nicht, dass Streckenkenntnisse wirklich von Vorteil sind.

Als den persönlichen Höhepunkt seiner langjährigen Flugerfahrung hat der Advance-Glider-Pilot die „TransPyrenee 2006“ auserkoren. „Die Teilnahmen an den bisherigen Red Bull X-Alps Races suchen aber bisher ihresgleichen“, gesteht er unumwunden. Weil Ausdauer nicht zu verachten ist, befindet sich der sympathische Denker täglich im Training. Besteigt Berg um Berg und hält sich beim Paragleiten fit: „Das muss genügen. Bergsteigen und Paragleiten sind die Bestandteile des Red Bull X-Alps. Genau an diese Belastungen muss sich mein Körper gewöhnen.“

Die Faszination Red Bull X-Alps zog den Extremsportler bereits vor der ersten Teilnahme in den Bann. „Man macht zwei Wochen lang nichts anderes als fliegen, wandern, schlafen und ist von der Aussenwelt nahezu abgeschlossen. Es ist eine einzigartige Herausforderung für Mensch und Material“, versucht Lötscher die körperliche Anstrengung zu erklären.

Beim dritten Abflug Richtung Monte Carlo gilt es die durchwegs jüngeren Konkurrenten hinter sich zu lassen: „Ein Sieg wäre das Grösste. Darauf arbeite ich konstant hin.“ Im aus 30 Athleten aus aller Welt bestehenden Feld hat Lötscher zumindest am Start einen Vorteil und den Respekt seiner Konkurrenten sicher. Die Begründung liefern zwei Landsmänner: 2003 gewann Kaspar Henny, 2005 landete Alex Hofer mit geballter Faust als Erster im Fürstentum.

Paragleiten zur Lebensphilosophie – Red Bull X-Alps als Meilenstein
Vom Dachstein in Österreich bis Monaco in rund zwei Wochen. Dies mit einem Paragleiter und streckenweise zu Fuss. 850 Kilometer voller Gefahren, Herausforderungen und teilweise unüberbrückbarer Hindernisse. Red Bull X-Alps wird 2007 noch härter und spannender als je zuvor. Martin Müller lässt sich dies nicht entgehen, hebt als aktiver Teilnehmer ab und setzt sich damit freiwillig den unberechenbaren Launen der Natur aus.

Mit 40 Jahren zählt der Genfer nicht zu den alten, jedoch zu den gesetzten Semestern im Teilnehmerfeld. Was im Fall von Müller kein Nachteil sein muss. Jahrelange Erfahrung im Extremsport prägt den Lebenslauf und gelten als perfekte Vorbereitung auf das gesetzte Ziel: „Ich will den Sieg.“

Seine ersten Flugversuche absolvierte der Uhrenmacher bereits 1984 als Skydiver. Erst Jahre später, sprich: 1991, stieg das Interesse fürs Paragleiten und hat sich im Laufe der Zeit zu mehr als nur einem Hobby entwickelt. „Paragleiten ist eine Lebensphilosophie“, beschreibt der Single seine Gedankengänge. Zugleich hofft der Schweizer, dass diese Leidenschaft noch lange anhält: „Fliegen war schon immer der Traum des Menschen. Daran gilt es anzuknüpfen.“

Die Alpen kennt Müller wie seine Westentasche. Seit mehr als 15 Jahren sieht er sich die Berge aus der Vogelperspektive an. Zwischen 2005 und 2006 ging es im Alleinflug von der Schweiz ausgehend nach
Nizza. Die Strecken bewältigte der Routinier grundsätzlich innerhalb von sieben Tagen und beginnt infolge seiner Erzählungen zu schwärmen: „Von meinen Flügen zeugen zahlreiche Artikel in diversen Magazinen. Ich habe bereits zwei Mal den Gipfel des Mont Blanc erklommen. Mein Orientierungssinn lässt mich nicht im Stich und Salève, Verbier, Chamonix und Saint André les Alpes haben den Stellenwert von einem Wohnzimmer.“ Unzählige Flüge im Wallis und im Mont-Blanc-Massiv runden ein ausführliches Factsheet ab. Das Siegen liegt Müller laut eigenen Angaben im Blut. Die schönsten Erfolge? „Drei Titel bei den Schweizermeisterschaften im Paragleiten. Was folgt, könnte aber noch ein Stück höher liegen.“

Mountainbiken, Bergsteigen, Fitnesstraining, Snowboarden. Die Liste weiterer sportlicher Aktivitäten ist lang. „Ein wichtiger Teil meines Trainings“, erklärt der Gin-Boomerang-4-Pilot, der sich mit einem ausgeklügelten Trainingsplan intensiv auf den Meilenstein seiner Karriere vorbereitet und dabei auch nicht die Psyche vergisst. „Ich verbringe das ganze Jahr über viel Zeit in den Alpen, die Strecken sind mir nicht fremd. Das Wandern und Fliegen zwischen diesen wilden Tälern sind ein Wahnsinn. Ich will ein Teil davon werden und setze mich Tag und Nacht damit auseinander.“ Selbstbewusste Töne, die den selbst auferlegten Druck erhöhen, am steinigen Weg auf das Siegertreppchen aber Berge versetzen könnten.


Foto: (c) Red Bull Dolomitenmann

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