In Fort Worth treffen Red Bull X-Fighters erstmals auf texanische Wildwestromantik – und halten für den, der seinen Gaul am besten im Griff hat, mehr als nur eine Handvoll Dollar bereit.
„Ein FMX-Rider ist nichts als ein Haufen Ärger in einer Lederhülle“, sagte John Wayne in „The Cowboys“. Was jetzt nicht ganz richtig ist. Denn eigentlich hat er „Eine Kuh ist nichts als ein Haufen Ärger in einer Lederhülle“ gesagt, schließlich gab es zu Waynes Zeit noch keine FMX-Rider. Und zweitens ist diese Sicht der Dinge arg subjektiv: Gut, FMX-Rider mögen über und über tätowiert, dem Partymachen nicht abgeneigt, respektlos im Umgang mit vorwiegend japanischer Ingenieurskunst – und damit ein Ärgernis für so manchen Aficionado von Ruhe und Ordnung sein. Für weniger verkrampfte Zeitgenossen sind FMX-Rider aber Helden – und werden entsprechend ungeduldig in John Waynes very own country erwartet.
FMX meets Rodeo
In Texas – um genau zu sein, in Fort Worth, der 1849 als Militärposten gegründeten fünftgrößten Stadt des Bundesstaates – finden nämlich am 14. Juni die dritten Red Bull X-Fighters 2008 statt. Unter dem Motto „FMX meets Rodeo“ soll es hier zum ersten Aufeinandertreffen der Lifestyles von FMX und Wildem Westen kommen, zur Verbrüderung von Motorrad- und Cowboystiefeln, Stetsons und Vollvisierhelmen. Das Duell im Abendrot ist offen wie selten zuvor: Mehr als einem halben Dutzend Fahrern trauen die Experten in Fort Worth den Sieg zu.
Zweiter Sieg für Twitch?
Am siegeshungrigsten geht vermutlich Jeremy „Twitch“ Stenberg in den Contest. Der US-amerikanische Lokalmatador gewann am 3. Mai Red Bull X-Fighters in Rio und liegt nun auf Platz zwei der Gesamtwertung – nur 20 Punkte hinter Mat Rebeaud, der den Eröffnungsevent in Mexico City für sich entschied. Der Gesamtdritte, Dany Torres, blieb bisher sieglos, obwohl ihn Travis Pastrana als stärksten Fahrer 2008 eingeschätzt hatte. Er kommt dennoch ebenso für einen Sieg in Frage wie die alten Haudegen Ronnie Renner, Eigo Sato oder Robbie Maddison – oder der derzeit in Topform fahrende Norweger André Villa, der heuer schon drei FIM World Championship-Bewerbe gewann.
Nur vier haben eine Chance auf den Gesamtsieg
Etwas enger ist das Starterfeld jener, die um die Gesamtwertung kämpfen: Nur vier Fahrer – Rebeaud, Stenberg, Maddison und Torres – nehmen nämlich an allen fünf Bewerben teil und haben so die Chance, regelmäßig Punkte zu sammeln. Der Coup, wie Travis Pastrana 2007 als Quasi-Gastpilot die Gesamtwertung zu gewinnen, dürfte nämlich in der Red Bull X-Fighters-Geschichte einmalig bleiben.