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Taddy Blazusiak -
Bis vor einem Jahr kannten Taddy Blazusiak nur die Trial-Insider. Jetzt ist er zweifacher Red Bull Hare Scramble-Sieger. Wie sich sein neues Leben in der Liga der Pfeiffers, Despres und Knights anfühlt, verriet der 25-jährige Pole im Interview.
Welcher Erzberg-Sieg fühlte sich besser an: Der erste, als du aus dem Nichts mit einem geborgten Motorrad alle Favoriten verblüfft hast; oder der zweite, in dem du bestätigt hast, dass du kein Zufallssieger warst?
Das ist schwer zu sagen. 2007 war eine Riesenüberraschung – und zwar in allererster Linie für mich selbst! Mein Kumpel und ich hatten ja erst am Tag vor dem Event beschlossen, überhaupt hinzufahren. Mein heuriger Sieg war dagegen die Belohnung für drei Monate harter Vorbereitungsarbeit.
In den ersten Siegerinterviews hast du gesagt, dass dir das Red Bull Hare Scramble 2008 um einiges schwerer gefallen ist als jenes in 2007. Woran lag das?
Die Strecke war schwieriger, die anderen Fahrer waren schneller, vor allem aber steckte ich in einer anderen Rolle: Diesmal war ich der Favorit, und alle Konkurrenten orientierten sich an mir.
Dich eingerechnet, gewannen nur vier Fahrer mehr als die Hälfte aller 14 bisherigen Hare Scrambles am Erzberg. Was hast du denn mit Chris Pfeiffer, Cyril Despres und David Knight gemeinsam?
Wir alle haben unsere Wurzeln im Trial-Sport. Nirgends sonst lernst du so gut, dein Motorrad zu beherrschen. Was mir bis vor einem Jahr gefehlt hat, war die Erfahrung mit hohen Geschwindigkeiten. Damit bin ich aber schnell zurecht gekommen: Mehr Gas zu geben ist leicht.
Seit deinem Red Bull Hare Scramble-Sieg 2007 bist du KTM-Werksfahrer und hast dich zum Enduro-Allrounder weiterentwickelt. Wie hat sich dein Alltag dadurch verändert?
Nicht besonders, denn ich führe schon seit zehn Jahren das Leben eines Profisportlers. Was neu für mich ist, ist das Rampenlicht. Auf einmal interessieren sich die Medien für mich, und meine Leistungen werden von viel mehr Menschen wahrgenommen als früher.
Verrate uns doch bitte noch ein paar Details über dich. Was spielt denn neben dem Motorradfahren eine wichtige Rolle in deinem Leben?
Nicht viel, um ehrlich zu sein. Ich konzentriere mich zu 100 Prozent auf meinen Sport.
Wie verbringst du demnach einen typischen Tag in deinem Leben?
Am Bike und im Fitnessstudio.
Und wer führt die Firma Kegel Blazusiak, die auf deiner Website verlinkt ist?
Mein Vater und mein Bruder. Sie stellen Sitzbezüge für Autos und Arbeitskleidung her – und sind meine ältesten und treuesten Sponsoren (lacht).
Bis zu deinem nächsten Saisonhöhepunkt, der Titelverteidigung bei Red Bull Last Man Standing, ist es noch eine Weile hin. Welche sportlichen Ziele hast du bis dahin?
Als nächstes nehme ich an den AMA Enduro Cross Championships teil, einer Rennserie in den USA, die aus sieben Rennen besteht. Ich werde wohl auch ein paar Monate in Kalifornien wohnen, KTM organisiert mir dafür eine Unterkunft.
Davor hast du als begeisterter Rallye-Fan aber wahrscheinlich noch etwas anderes vor: Anfang Juni findet ja die Polen-Rallye statt, oder?
Ja, wenn ich Zeit habe, möchte ich sie mir unbedingt ansehen. Mitfahren wäre natürlich noch besser – vielleicht sattle ich ja in ein paar Jahren um.