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Interview Mr.Maddison - Weltrekord nach 100m MotoX Sprung

Kann ein Motorradfahrer die Länge eines Fußballfelds überspringen? Ja, behauptete Robbie Maddison – und sprang auf seiner Honda CR 500 in der Silvesternacht bei Red Bull Experiment 98 Meter weit. Im Interview erzählt er, wie sich das anfühlt und wie ihn sein Weltrekordsprung in Las Vegas für die neue Red Bull X-Fighters-Saison motiviert.
Robbie, wie hast du in der Nacht vor deinem Weltrekordversuch geschlafen?

Überraschend gut. Ich wusste ja, dass ich perfekt vorbereitet bin.


Und in der danach?

Gar nicht. Wir haben die ganze Nacht durchgefeiert, am Morgen gab’s Pressetermine, und ins Bett bin ich erst gegen Nachmittag gekommen.


Beschreib uns doch mal das Gefühl, mit dem Motorrad über die Länge eines Fußballfelds zu springen.


Man fühlt überhaupt nichts, weil man hundertprozentig konzentriert ist. Zuerst kommt der Absprung mit 160 Sachen. Dann muss man die Maschine in der Luft so ruhig wie möglich halten. Und ab dem Scheitelpunkt – der lag bei mir in etwa 18 Metern Höhe – visiert man den geplanten Landeplatz an. Daneben ist für kein Gefühl und keinen Gedanken Platz. Es klingt blöd, aber ich kann mich an keinen einzigen Übungssprung wirklich erinnern.

Braucht man für einen 100-Meter-Sprung eigentlich nur den Mut von, sagen wir, hundert Bungee-Jumpern – oder ist er auch eine fahrtechnische Herausforderung?


Das Verhältnis von Mut und Können lag irgendwo bei 60:40. Bei diesem Tempo und dieser Weite hat ja die kleinste Bewegung, die geringste Gewichtsverlagerung in der Luft dramatische Auswirkungen. Das größte Risiko sind aber die Windverhältnisse ...

... die am Silvester eigentlich eher ungünstig waren. Welche Auswirkungen hatte das auf deinen Sprung?

 
Naja, ich hatte wohl ziemliches Glück. Im Training wäre ich bei diesen Verhältnissen wahrscheinlich nicht gesprungen.

Du hast deinen Rekord dem im November verstorbenen Motorradstuntman Evel Knievel gewidmet. Wie sehr hat der Urvater aller FMX-Fahrer deine Karriere beeinflusst?
Er war der Größte aller Zeiten und der Grund, warum ich mit diesem Sport überhaupt begonnen habe. Bewundert habe ich ihn schon, als ich noch ein Kind war. Ich war auch bei seinem Begräbnis und habe dort eine Menge toller Menschen kennen gelernt. Dass ich ihm den Sprung gewidmet habe, war so was wie ein Dank für die Inspiration, die ich und unser ganzer Sport ihm verdanken.

Am 4. April beginnt die neue Red Bull X-Fighters-Saison. Was können wir dort von dir erwarten?

Den besten Robbie Maddison, den es je gab. Ich habe mich ja jetzt ein halbes Jahr lang auf diesen Sprung vorbereitet, gesund gelebt, enorm viel trainiert. Darum bin ich in der Form meines Lebens.


Wie lautet demnach deine Voraussage für Red Bull X-Fighters 2008?

Ich hoffe, dass ich die Gesamtwertung gewinnen kann. Die Plätze hinter mir teilen sich Nate Adams, Dany Torres und vielleicht Mat Rebeaud.





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