Dieser Mann hat nicht nur eine Freundin namens Tina Thörner, er ist auch auf der Rennstrecke ein Hit. Diese Erkenntnis bot das Race of Champions, bei dem Mattias Ekström sogar den siebenfachen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher besiegte.
Champions against Champions
Wie ginge ein Rennen der weltbesten Autorennfahrer aller Disziplinen aus, ausgetragen in beinharten Zweierduellen in drei verschiedenen Fahrzeugklassen? Seit 1988 überträgt das Race of Champions das reizvolle Gedankenspiel in die Realität und vergleicht Formel-1-Helden und NASCAR-Piloten, Tourenwagenspezalisten und Rallyefahrer – zuletzt am 16. Dezember im Londoner Wembley Stadion.
Champions gegen Champions
„Natürlich ist jeder aus Spaß dabei. Aber keiner, der bei diesem Rennen an den Start geht, setzt sich ohne Siegesambitionen hinter ein Lenkrad“, gab Vorjahrssieger Mattias Ekström die grundsätzliche Richtung des Events vor. Am allerwenigsten die honorigen Herrschaften, die beim jüngsten Race of Champions unterwegs waren: Michael Schumacher zum Beispiel, der Test-Bestzeiten nicht einmal als untrainierter Privatier verhindern kann; Travis Pastrana, weder auf zwei noch auf vier Rädern ein Freund defensiver Fahrweise; hungrige Newcomer wie Sebastian Vettel und Sébastien Bourdais; oder Routiniers wie David Coulthard und Rallye-Weltmeister Petter Solberg.
Im Finale gegen den siebenfachen Weltmeister
Der zweifache DTM-Meister Mattias Ekström steckte sie alle in die Tasche seines Rennanzugs. Zunächst gewann er gegen Kristensen, Pastrana und Priaulx. Dazu musste er in jedem Durchgang mindestens zwei von drei Wettkämpfen gewinnen, bei denen beide Fahrer in jeweils identischen 400 PS starken Aston Martins, 475 Kilogramm leichten Buggys oder in World Rallye Cars gegeneinander antraten. Welches Auto zum Zug kam, wurde dabei jeweils per Los bestimmt. Im Finale traf Ekström auf Michael Schumacher. Schumacher gewann den Buggy-Bewerb, verlor aber beide Rennen im Solution F Touring Cup-Auto – und machte so für Ekström den Weg zu seinem zweiten ROC-Titel frei.
Nationenwertung an Deutschland
"In so einem Finale gegen Michael zu fahren, vor so vielen Fans, und dann noch zu gewinnen – das ist ein Traum für jeden Rennfahrer", freute sich Ekström nach dem Rennen. Auch für Sebastian Vettel gab es Grund zum Jubeln: Er gewann zusammen mit Michael Schumacher die Nationenwertung. „Zum Glück habe ich nicht auf David Coulthard gehört“, so Vettel nach dem Sieg über die britische Heimmannschaft, „ich habe ihn nämlich gefragt, wie ich mich auf das Race of Champions vorbereiten soll, und er meinte: ,Komm auf keinen Fall nüchtern!‘“ Außer Spaß für die Fahrer und 80.000 Zuschauer brachte der Event übrigens auch jede Menge Spendengelder ein: Diese kommen der Forschung zur Heilung von Rückenmarksverletzungen zugute.