Red Bull Photofiles

Marc Coma - „Dakar 2008 wird härter denn je“

Während seine spanischen Landsleute im Vorweihnachtsstress stecken, zählt Marc Coma die Tage bis zum 5. Jänner: dem Start der 30. Dakar-Rallye. Wie sich der Mitfavorit der Motorradwertung auf die legendäre Wüstenrallye vorbereitet, verriet er im Interview.

Noch ein Monat bis zu deinem Saisonhöhepunkt. Wie sieht im Moment ein typischer Tag im Leben von Marc Coma aus?

Very busy. Die meiste Zeit verbringe ich in Los Monegros, einem wüstenähnlichen Gebiet etwa 150 Kilometer von meinem Heimatort entfernt. Dort stehen Fahr- und Navigationstraining am Programm. Zusätzlich mache ich Kraft- und Ausdauertraining.

 
Gerade am Motorrad sind bei der Dakar die Strapazen enorm. Welchen Einfluss hat denn die körperliche Fitness auf die Performance?

Einen sehr großen, vor allem diesmal. Weil die Rallye ihr 30-Jahr-Jubiläum feiert, haben die Organisatoren sie noch schwieriger gemacht als sonst. Besonders die Etappen in Mauretanien werden die Hölle. Die meisten Leute stellen sich ja unter Wüste eine Ebene mit ein paar Sanddünen vor – doch dort erwartet uns bergiges Gelände und eine tückische Mischung aus Sand und Geröll.

Welches motivierende Bild malst du dir aus, wenn du für die Dakar monatelanges Training voller Mühen und Entbehrungen auf dich nimmst?

Ich brauche keine Motivationshilfen, mich macht schon das Training selbst glücklich!

 
Wie viel sagt dein kürzlich errungener Raids World Championship Titel über deine Siegeschancen aus?

Der Titel ist ein gutes Omen, aber nicht mehr. Denn die Championships und die Dakar sind doch komplett unterschiedliche Wettbewerbe. Bei der Dakar kann so viel Unvorhergesehenes passieren – im richtigen Moment Glück zu haben, ist dort ein wichtiger Faktor für den Sieg.

 
,If you understand it, the desert can be your friend‘, sagst du. Hat die Freundschaft bei deinem schweren Sturz im letzten Jahr einen Knacks erhalten?

Nein, bestimmt nicht. Wir haben damals einen Fehler gemacht und daraus gelernt. Eine Eigenheit der Dakar ist nun mal, dass hier aus kleinen Problemen schnell große werden. Aber ich mag nicht mehr über diesen Unfall reden, sondern lieber nach vorn sehen.

 
Wie würdest du dein Verhältnis zu Cyril Despres beschreiben, der seinen Vorjahrssieg deinem Ausfall verdankt?

Unser Verhältnis ist sehr gut. Er ist der Favorit, der Mann, den es heuer zu schlagen gibt. Ich respektiere ihn sehr.


Cyril spricht auch über dich sehr respektvoll. Er meint, dass Wüstenfahrer eine ganz eigene Spezies sind, weil die Gefahren der Wüste oft einen Zusammenhalt erfordern, bei dem Konkurrenzdenken keine Rolle mehr spielt ...

Das stimmt genau. Fair Play steht für uns über allem, und in einer gefährlichen Situation kann sich jeder auf den anderen verlassen. So eine Einstellung findet man in kaum einer anderen Sportart.


Eine Einstellung, die gut zur besinnlichen Jahreszeit passt. Was wünscht du dir zu Weihnachten, das dir bei der Dakar-Rallye helfen könnte?

Gar nichts, denn so kurz vor dem Start habe ich keine Zeit, um Weihnachten ausgiebig zu feiern. Gut, es gibt natürlich ein Abendessen mit der Familie. Aber auch da werde ich wohl mit den Gedanken schon bei der Dakar sein ...






Füge diese Seite zu deiner lieblings Sozial-Bookmark-Seite hinzu:

IMPRESSUM - AGBs - Extreme-Sports - Extremsport - Extremsport-Videos
Copyright 2000-2007 by Grizzly - Wetter Österreich - Routenplaner Österreich

Extremsportnachrichten per RSS Newsfeed kostenlos abonieren