Red Bull
Red Bull Air Race Rotterdam
Mit seinem Sieg beim Red Bull Air Race in Rotterdam baute Paul Bonhomme seine Gesamtführung um einen weiteren Punkt aus. Die Konkurrenz versucht ihm mit unterschiedlichen Rezepten beizukommen.
Zwei Wochen vor dem Heim-Event in London dominieren beim Red Bull Air Race die Briten. In Rotterdam – wo rechtzeitig zum Rennen die berühmte RMS Queen Elizabeth 2 im Hafen einlief und von den Piloten mit Salut begrüßt wurde – standen mit Paul Bonhomme und Steve Jones gleich zwei Briten am Podium. „Paul dominiert zwar momentan die Serie“, kommentierte Steve Jones die Leistung seines Landsmanns, „aber wir kriegen ihn schon noch.“
Mit neuem Cockpitdach auf Platz zwei
Die Jagd auf den Gesamtführenden führen seine Verfolger mit höchst kreativen Mitteln. Hannes Arch etwa, Zweiter in der Gesamtwertung, ging in Rotterdam mit einem völlig neuen, futuristischen Cockpitdach an den Start. „Jede Innovation macht die Rivalen nervös“, so Arch vor dem Rennen, „das kann nur gut für mich sein.“ Im Finale in Rotterdam entschied freilich nicht die Aerodynamik, sondern ein Flugfehler über Sieg und Niederlage: „Ich bin volles Risiko eingegangen und so direkt wie möglich geflogen. Für die Schikane war ich dann einfach zu schnell“, begründete Arch seine unfreiwillige Mithilfe beim Abbau der Pylons. Nach seinem zweiten Platz liegt er nun sechs Gesamt-Punkte hinter Bonhomme. „Nicht ich habe das Rennen gewonnen, Hannes hat es verloren“, kommentierte dieser bescheiden.
Neues altes Flugzeug für Besenyei
Mit kosmetischen Änderungen wie einem neuen Cockpitdach gab sich Peter Besenyei, derzeit Gesamt-Fünfter, nicht zufrieden. Der Ungar, der 2005 und 2006 Gesamt-Zweiter und im Vorjahr Gesamt-Dritter war, wechselte für Rotterdam kurzerhand das Flugzeug. Statt mit der Extra 300SR ging er mit seiner alten Edge 540 an den Start: „Der Motor könnte zwar noch etwas stärker sein, aber die Edge ist einfach komfortabler zu fliegen.“ Auch wenn sich der Umstieg in Rotterdam noch nicht in einem Spitzenergebnis niederschlug, dürfte seine Entscheidung die richtige gewesen sein: In der Gesamtwertung belegen die Plätze eins bis fünf ausschließlich Edge-Piloten.
Neue Räder für Mangold und Co.
Ein neues Geheimrezept gegen Bonhomme glaubten auch die US-Piloten Mike Mangold, Kirby Chambliss und Michael Goulian gefunden zu haben: Kleinere und damit um sechs Kilogramm leichtere 5-Zoll-Räder sollten ihre Flugzeuge einen Tick wendiger und schneller machen. Doch die Rennleitung untersagte die Verwendung der Mini-Räder, die bereits in San Diego und Detroit in Einsatz waren, aus Sicherheitsgründen: „Weil die Start- und Landebahnen in Europa kürzer sind“, so der technische Direktor Adrian Judd. Das Mini-Räder-Verbot war aber nicht das einzige, das den Titelverteidiger ärgerte: Mangold liegt nach Platz fünf in Rotterdam derzeit nur am vierten Gesamtrang.