Reden ist Silber, siegen ist Gold
„Paul Bonhomme ist nicht zu schlagen“ prognostizierten die Experten vor dem Red Bull Air Race in Perth. Den World Series-Titel holte dennoch Mike Mangold – in fünf Schritten, die ihn 2007 zum Champion machten.
Für die meisten Mitstreiter war die Red Bull Air Race World Series 2007 schon vor dem Finalrennen entschieden.
„Bonhomme gewinnt“ (Klaus Schrodt), „Bonhomme hat die bessere Ausgangsposition“ (Steve Jones), „Bonhomme hat die stärkeren Nerven“ (Hannes Arch), kurz: „Bonhomme ist nicht zu schlagen“ (Nicolas Ivanoff). Nur einer war sich nicht ganz so sicher: Paul Bonhomme. Er lag zwar vor Perth in der Gesamtwertung um zwei Punkte voran – doch schon in der Qualifikation um beunruhigende 1,66 Sekunden hinten. Die Folge: der designierte Champion schmiss die Nerven weg, schwitzte sogar noch Minuten vor dem Start am Mountainbike, um Gewicht zu verlieren („Bei hohen G-Belastungen macht das einen großen Unterschied aus“) – und landete im wichtigsten Rennen des Jahres am enttäuschenden fünften Platz. Die Folge seines schlechtesten Saisonergebnisses: Dem US-Amerikaner Mike Mangold reichten Platz drei und ein Punktegleichstand für den Champion-Titel.
Schritt eins: Schnellerer Start
Schon bei der Saisoneröffnung in Abu Dhabi ließ Mike Mangold die Muskeln spielen: Hinter dem überragenden Peter Besenyei wurde Mangold Zweiter – und entschied damit das erste von sechs Saisonduellen für sich.
Schritt zwei: Erster Sieg im vierten Rennen
Am 2. Juni gelang Mike Mangold in Istanbul sein erster Sieg in diesem Jahr. In der Gesamtwertung blieb Mangold damit auf Tuchfühlung in Bonhommes Windschatten.
Schritt drei: Überholmanöver in Budapest
Im Hochsommer kam Mangold so richtig auf Touren: In London und Budapest gewann er zweimal in Folge – und setzte sich damit erstmals an die Spitze der Gesamtwertung.
Schritt vier: Saisonentscheidung in Porto
Was damals noch keiner ahnte: Wegen des späteren Gleichstands an Punkten, Siegen, Podestplätzen, fünften Plätzen und Siegerzeiten in Eliminationsrunden entscheidet am Ende Mangolds besseres Abschneiden bei der Eliminationsrunde in Porto über den Gesamtsieg: Als Zweiter lag er am 1. September um 0,43 Sekunden vor Bonhomme. Im Rennen flog Mangold ebenfalls auf Platz zwei, Bonhomme wurde in Porto Dritter.
Schritt fünf: Herzschlagfinale in Perth
In Perth trafen die Hauptkonkurrenten am 4. November bereits im Viertelfinale aufeinander: Mangold stieg nach dem direkten Duell auf, wurde am Ende Dritter und kam nach seinem Debakel von San Diego wieder punktegleich mit Paul Bonhomme ins Ziel. Erst die Analyse der Eliminationsrunden machte ihn zum zweiten Mal nach 2005 zum Gesamtsieger. Auf Platz drei der World Series landete der Ungar Peter Besenyei.