Red Bull
Red Bull AirRace - Showdown in Down Under
Mit nur noch einem Rennen im Red Bull Air Race 2007 steigt der Druck auf die Anwärter des Weltmeistertitels während sich für das große Finale am 4. November in Perth, Australien, ein spektakulärer Showdown abzeichnet.Paul Bonhomme und Mike Mangold haben sich wieder einmal bei der Führung mit nur zwei Punkten Unterschied abgewechselt. Chambliss ist ihnen dicht auf den Fersen, nachdem er in San Diego trotz des ersten Fluges mit neuen Flügeln den zweiten Platz erreichte.
Peter Besenyei konnte seinen dritten Platz in der World Series verteidigen. Nigel Lamb zeigte mit seiner Zweisitzer-Maschine eine starke Leistung und schaffte mit dem dritten Platz in San Diego erstmals den Sprung aufs Siegerpodium. Auch Steve Jones, der kürzlich das Rennen in Porto gewann, hatte einen ausgezeichneten Tag und sorgte in San Diego für einen Knalleffekt, als er den in der Welttour führenden Mangold im Viertelfinale eliminierte. Alle diese Piloten können die beiden Führenden noch unter Druck setzen und wertvolle Punkte gewinnen um ihre Konkurrenten auszustechen.
“Mike fliegt aggressiver als ich”, meint Bonhomme. “Ich hoffte, dass er dadurch mehr Fehler machen würde. Ich bin immer noch der Meinung, dass in dieser Art von Rennen eine konsistente Leistung die beste Strategie ist“.
Mangold hingegen beschreibt Bonhommes Flugstil mit folgenden Worten:
“Ich würde Pauls Stil als gefühlvoller bezeichnen. Er fliegt sehr gleichmäßig, mit weniger G und kann vielleicht mehr Schwung halten als ich mit meinem Stil.”
Stil und Strategie der beiden Top Guns sind also sehr unterschiedlich und es wird sich zeigen, wer das Finale in Perth für sich entscheiden kann, beziehungsweise ob es überhaupt zwischen ihnen entschieden wird. Fest steht jedenfalls, dass mit einem der spannendsten Finalrennen in der Geschichte des Airrace zu rechnen ist.
Sonnenbrillen gehören seit jeher zum Equipment eines Fliegers in der Luft und auf dem Boden gleichermaßen. Aber nur einzelne Red Bull Air Race Piloten tragen Brillen im Wettkampf. Einige, wie der WM-Leader Paul Bonhomme, verwenden Visiere. Einige, wie der Weltmeister von 2006 Kirby Chambliss, gehen ohne optische Verstärkung in die Luft. Andere tragen Sonnenbrillen, die an längst vergangene Flugzeiten erinnern – wie der Ray-Ban Klassiker „Aviator“ mit den übergroßen, tränenförmigen Gläsern, der erstmals 1936 für das US Militär hergestellt wurde. Für manche Piloten ist das Visier ein wichtiger Schutz gegen Vögel und dergleichen, für manch andere stehen sie nur im Weg.
“Fliegen wir auf einem Track mit wenig Licht, verwende ich weder Sonnenbrillen noch Visier”, so der Amerikaner Michael Goulian (Team Dragon). „Es geht nur um die beste Tiefeneinschätzung. In vielen Rennen verwende ich kein Visier, weil ich glaube, die Pylonen ohne besser zu sehen. Wenn du durch das Schild schaust, ist das nur ein weiters Ding, durch das du durchsehen musst. Die optische Klarheit ist nicht so großartig. Wenn du aber tief über Wasser fliegst und es ist sonnig, dann brauchst du etwas für die Augen.“
Der Brite Paul Bonhomme (Team Matador), der vor dem Finale am 04. November in Perth (AUS) die WM-Wertung anführt, fliegt immer mit Visier, auch wenn er damit, wie er selbst sagt, wie ein bedrohlicher Kampfpilot aus der Ära des Kalten Krieges aussieht. „Ich trag ein getöntes Visier aus zwei Gründen: Zum einen wegen des grellen Sonnenlichts bzw. der Reflexion vom Wasser. Der Hauptgrund sind die Vogelattacken, es kann immer wieder passieren, dass dir einer ins Cockpit fliegt. Einige Leute glauben, dass ein Visier die Sicht einschränkt, aber mir ist das egal.“
Bonhomme meint weiter, dass Sonnebrillen bei hoher G-Belastung “dazu tendieren runterzurutschen”. Er bestätigt weiter, dass ein Funken Wahrheit in dem Gerücht, dass nur „hässliche Piloten“ Visiere tragen, zu finden sein könnte. „Ja, das hat vielleicht auch damit was zu tun!“, meint er schmunzelnd.
Kirby Chambliss (USA, Team Red Bull), Weltmeister von 2006, bevorzugt es “nackt” zu fliegen. „Ich trage keine Brille. Sie könnte im Weg sein, wenn ich zu schwitzen beginne“, sagt er. „Ich verwende nur ein bisschen Sonnencreme um die Augen.“
Hannes Arch (AUT, Cobra), wie auch sein amerikanischen Teamkollege Mike Mangold, fliegt normalerweise ohne irgendetwas vor den Augen: „Für mich ist es wichtig, dass ich alles sehen kann und nichts vor meinen Augen ist, dass mich in irgendeiner Art und Weise behindern könnte. Wenn ich die ersten Male durch einen neuen Kurs fliege, wünsche ich mir ab und zu Sonnenbrillen; aber meine Augen reagieren nicht übersensibel auf Licht und ich bevorzuge es, mich nur auf meine Augen zu verlassen.“
Nigel Lamb (GBR, Breitling) fliegt meistens mit Visier, doch in Monument Valley verzichtete er wegen der Lichtverhältnisse darauf. „Die Augen, die Gott uns gegeben hat, funktionieren ohne Visier besser wenn das Licht gut ist“, meint er. „In Monument Valley flog ich ohne Visier, um eine bessere Tiefenwahrnehmung zu haben. Wenn’s blendet flieg ich mit Visier. Es hängt immer von den Konditionen ab. Blendet die Sonne, verwende ich mein Visier. Hab ich aber nur die geringsten Bedenken bei Licht und Sichtbarkeit, ziehe ich es vor ohne zu fliegen.“