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Dolomitenmann Interview-Sigi Grabner startet als Paragleiter

Kaum ein anderer Bewerb fasziniert innerhalb des Extremsports die Athleten so wie der Red Bull Dolomitenmann. Anders als bei den Einzelwettkämpfen wird in Lienz gemeinsam im Team um Meter und Sekunden gefightet. 110 Teams, bestehend aus einem Bergläufer, einem Paragleiter, einem Kanuten und einem Mountainbiker, werden auch heuer wieder beim 20. Jubiläum am Start sein. Aus den rund 300 Bewerbungen um einen Startplatz konnten diese 110 einen der begehrten Startplätze ergattern.

"Da büßt man seine Sünden ab"

Der Red Bull Dolomitenmann wirft seinen mächtigen Schatten voraus, mit dabei auch Sigi Grabner. Im Interview spricht der Snowboard-Pro über die "Schnapsidee" beim heurigen Jubiläum als Paragleiter zu starten.

Wie bist du auf Idee gekommen, beim Dolomitenmann an den Start zu gehen?

Ich bin vom Dolomitenmann seit dem ersten Mal vor 20 Jahren an fasziniert und wollte ihn mir lange Zeit einfach nur als Besucher anschauen. Aber ich war zu dieser Jahreszeit meistens schon beim Boarden am Gletscher oder in Neuseeland. 2002 hab ich mir die Show dann angeschaut und dabei auch Wendelin Ortner kennen gelernt, der ja bei jedem einzelnen Bewerb am Start war. Damals bin ich auch aufs Paragleiten gekommen, das mir Wendelin auch beigebracht hat. 2003 kam dann mein erster Einsatz beim Dolomitenmann. Ich war als Mountainbiker in einem Team aus lauter Wintersportlern dabei.


Heuer gehst du aber in die Luft oder?

Ja, in diesem Jahr werde ich als Paragleiter für mein SG-Pro-Team starten. Wobei die Teilnahme eigentlich als „Schnapsidee“ beim Weintrinnken geboren wurde. Nach meiner ersten Teilnahme 2003 habe ich schon gesagt, dass ich gerne wieder teilnehmen möchte. Und nachdem ich zum Pargagleiten gekommen bin, das für mich im Sommer ein Ausgleich zum normalen Training ist, wollte ich natürlich in dieser Disziplin starten. Fliegen ist eine ziemliche Kopfsache und hilft mir auch in der Vorbereitung auf die Snowboard-Saison.


Wie hast du dich auf die Herausforderung vorbereitet?


Eigentlich bin ich ja Wettkampf-Bedingungen durchs Snowboarden gewöhnt, aber beim Dolomitenmann ist das ganz anders. Ich bin da nicht als Profi am Start, sondern in einer Sportart unterwegs, die ich seit fünf Jahren als Hobby betreibe. Dementsprechend nervös werde ich vermutlich sein. Ich muss mich aber voll konzentrieren, denn ein Ausrutscher beim Paragleiten ist nicht so glimpflich wie beim Mountainbiken oder beim Berglauf. Ich bin in den letzten Tagen zusammen mit Wendelin Ortner fünf Mal die Route abgeflogen, um mir die Richtungstore einzuprägen.


Die Kondition muss aber auch passen oder?

Das Fliegen ist nicht das Anstrengende, aber zwischen drinnen muss doch einiges gelaufen werden. Nach der Zwischenlandung zum Beispiel - die richtig winzig ist und durch die beiden Lifte noch kleiner wird - muss man zwei Kilometer den Berg hinauflaufen, dabei ist der Schirm um den Körper gewickelt. Das ist ungefähr so, als ob man mit einem 15 Kilogramm schweren Schlafsack rennt. Zusätzlich dürfen sich auch die ganzen Leinen nicht verdrehen, sonst kann man es gleich wieder lassen. Man muss wirklich 100 Prozent konzentriert sein und darf sich keinen Fehler leisten.


Welche Passagen sind besonders heikel?


Das sind sicher die zwei Landungen, zuerst zwischen den Liften und dann auf dem Fußball-Platz. Der ist eigentlich von den Ausmaßen groß genug, wird aber von 30 Meter hohen Bäumen umgeben, was die Landung auch wieder richtig schwierig macht, vor allem wenn sechs Leute gleichzeitig im Anflug sind.


Werdet ihr eure Sünden abbüssen?

Das ganz sicher. Der Berglauf zum Beispiel hat mit normalen Laufen nicht mehr viel zu tun. Wir sind die Strecke nur gegangen und da kommt sie einem schon endlos vor, geschweige denn, man muss das Ganze noch laufen. Da muss das Hirn beim Start ausgeschalten werden, für die Umgebung hat man ohnehin keine Zeit und schaut nur auf den halben Meter. Teilweise gibt es Passagen, die sind mehr zum Klettern als zum Laufen. Das ist richtig heftig.

Du hast jetzt an der Atlantik-Küste auf der größten Düne der Welt trainiert, sind das nicht etwas andere Bedingungen als in den Dolomiten?

Eigentlich komplett anders, aber durch den Aufwind konnte ich dort die ganzen Flugmanöver sehr gut üben. Man kann die Bedingungen mit einer stehenden Welle beim Surfen vergleichen, wo man ständig am gleichen Spot ist und die Moves trainieren kann, so ist es auch auf "Dune du Pyla". Und wenn man landet, ist man in zehn Sekunden wieder in der Luft – perfekt zum Üben.


Wie schauen deine letzten Vorbereitungen jetzt noch aus?

Ich werde die Tour des Red Bull Dolomitenmann noch ein oder zwei Mal fliegen und vor allem das Starten und Landen trainieren. Aber wie schon erwähnt, das Wichtigste ist alle Manöver konzentriert und mit Hirn zu machen, damit man zum Beispiel bei den Richtungstoren keine Strafe kassiert.






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