Martin Lugger, Red Bull Photofiles
14. Südtirol Dolomiti Superbike in Niederdorf
WM-Bronze-Gewinner Urs Huber und Elena Giacomuzzi siegen über 120 km
Der Schweizer Urs Huber hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der UCI-Marathon-WM am Samstag in Niederdorf heute den 14. Südtirol Dolomiti Superbike im Hochpustertal gewonnen. Der Schweizer benötigte 4:57.25 Stunden für die 120 Kilometer und 3822 Höhenmeter und verwies den Überraschungs-Zweiten Klaus Fontana aus Olang (Südtirol/Italy) mit einem Rückstand von 7.57 Minuten auf Rang zwei. Marzio Dehò vom italienischen Nationalteam wurde Dritter und verlor auf Huber 9.33 Minuten.
Bei den Frauen gewann die Fleimstalerin Elena Giacomuzzi (Trentino/Italy) in 6:02.49 Stunden vor Anita Steiner aus der Schweiz und der Deutschen Sonja Fink mit einem Rückstand von 11.52 bzw. 53.43 Minuten.
Das Wetter war heute zwar nicht mehr ganz so schön wie beim gestrigen WM-Rennen und nach der Ankunft der Top-Athleten gab es auch ein paar Regentropfen. Das tat der guten Stimmung im Hochpustertal aber keinen Abbruch und auch die Besetzung des Rennens war erstklassig. So ging auch der frischgebackene Marathon-Weltmeister Roel Paulissen, der bis in die frühen Morgenstunden in einem Gasthaus in Niederdorf gefeiert hatte, an den Start. Der in Antholz (Südtirol/Italy) bei seiner Lebensgefährtin wohnende Belgier gab aber aufgrund der am Vortrag erlittenen Sturzverletzungen beim Zieleinlauf schon in Toblach auf und fuhr auf der Staatsstraße zurück nach Niederdorf.
Statements:
Urs Huber (1.): Es war wunderschön nach dem gestrigen großen Erfolg heute an den Start zu gehen. Unterwegs war wieder ein super Stimmung und es macht Spaß hier zu fahren. Nächstes Wochenende werde ich beim Swiss-Bike-Masters an den Start gehen und dann die Schweizer Meisterschaft bestreiten. Heute habe ich ein paar Mal probiert wegzukommen und ich hab mir dabei etwas schwer getan. Im ersten Anstieg zur Plätzwiese habe ich mich noch zurückgehalten und die Spitzengruppe war noch ziemlich groß. In Sexten habe ich dann Marzio Dehò, der sich in der Abfahrt von der Plätzwiese mit Johannes Schweiggl abgesetzt hatte, eingeholt. Auf den letzten fünf Kilometern musste ich die letzten Kraftreserven mobilisieren.
Klaus Fontana (2.): Heuer wollte ich wieder die lange Distanz fahren. Am Anstieg zum Haunold habe ich Marzio Dehò eingeholt und bin dann konstant meinen Rhythmus gefahren. Mein Training habe ich in den letzten Jahren konstant abgewickelt, obwohl ich halbtags arbeite. Ich bin zudem als Trainer der Südtiroler Nachwuchsfahrer im Einsatz. Mein nächstes Ziel sind die Italienmeisterschaften in Grotte di Castro und dann möchte ich noch den Master-Italienmeistertitel, den ich im Vorjahr in Odolo geholt habe, verteidigen.
Marzio Dehò (3.): Nachdem ich gestern aufgeben musste, wollte ich es heute nochmal versuchen. Ein Darmvirus, den sich unser komplettes Team inklusive Betreuer bei einem Hotelaufenthalt kürzlich geholt hatte, machte mir auch heute zu schaffen und ich wollte schon nach wenigen Kilometern das Rennen wieder beenden. Demnächst werde ich die Cross-Country-Italienmeisterschaft fahren und auch am Marathon-Tour-Rennen in Pragelato an den Start gehen. Im August bestreite ich mit Johnny Cattaneo das Transrockies-Etappenrennen in Kanada, das der Transalp-Challenge ähnelt. Danach steht noch ein Wettkampf im Bundesstaat Utah in den USA auf dem Programm.
Elena Giacomuzzi (1.): Heuer habe ich mich gut vorbereitet und heute hat alles gepasst. Der Südtirol Dolomiti Superbike ist für mich der schönste Wettkampf in Italien. Zur Zeit läuft in meinem Leben alles bestens. Das habe ich vor allem auch meinem Lebenspartner zu verdanken. Er unterstützt mich wo er nur kann, privat wie auch im Sport. Ich bin eine einfache Person und liebe den Sport, den ich gewissermaßen im Blut habe. Ein Sieg bereitet mir eine sehr große Freude. Schade ist nur, dass ich gestern nicht für die italienische Nationalmannschaft für das WM-Rennen nominiert wurde.