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Interview mit Mountainbikerin Lisi Osl

Sagt dir die Textzeile „Come to believe that I better not leave before I get my chance to ride“ etwas?

Puh, das ging jetzt ein bisschen schnell ...

Sie stammt aus „Snow“, einem aktuellen Song deiner Lieblingsband Red Hot Chili Peppers, und erinnert ein bisschen an deine aktuelle Situation. Wie fix ist es denn, dass du in Peking „your chance to ride“ bekommst?

Sagen wir so: Ich bin optimistisch. Das B-Limit habe ich ja schon erbracht, das Österreichische Olympische Komitee könnte mich also starten lassen. Aber fix habe ich meinen Startplatz erst, wenn es auch bei der EM gut für mich läuft.

Wie sehr kommt der EM-Kurs in St. Wendel denn deiner Vorliebe für schwierige Strecken entgegen?

Ich habe gehört, dass er anspruchsvoll sein soll. Aber das ist nicht so wichtig: Wenn du einen guten Tag hast, fährst du auf jedem Kurs gut.

Beim Saisonauftakt in Houffalize (Belgien) bist du Elfte geworden, beim zweiten Lauf in Offenburg (Deutschland) hast du es unter die Top 10 geschafft. Wie viel fehlt dir derzeit auf einen Podestplatz?

In erster Linie ein paar Lebensjahre. Denn meine Hauptkonkurrentinnen sind alle ein Stückchen älter, und das spielt in einer Ausdauersportart eine große Rolle.

Hast du im Wettkampf auch Schwächen, die sich kurzfristiger ausmerzen lassen?

Meine größte Schwäche ist die Startphase. Beim letzten Rennen war ich nach der ersten Runde 53. – die vielen Überholmanöver kosten mich jedes Mal wahnsinnig viel Kraft, weil natürlich keine freiwillig Platz macht.

Der Lösungsansatz für die Startphase wäre also: etwas weniger Höflichkeit und etwas mehr Ellbogeneinsatz?

Darum geht’s gar nicht so. Ich muss explosiver werden, damit ich meine Power von der ersten Minute an abrufen kann, statt langsam auf Touren zu kommen.

Weil wir anfangs von den Red Hot Chili Peppers gesprochen haben: Wie Rock’n’Roll ist denn das Leben einer Cross Country-Bikerin?

Nicht sonderlich. Wenn ein Downhiller am Abend vor einem Wettkampf abfeiert, wird das keine großen Auswirkungen auf seine Performance haben. Würde ich vor einem Rennen Party machen, bräuchte ich gar nicht erst an den Start zu gehen. Ich achte während der ganzen Wettkampfsaison auf ausreichend Schlaf und auf gesunde Ernährung – Kuchen und Schokolade sind tabu.

Wie darf man sich eigentlich als Laie dein Training vorstellen: Jeden Tag ein anderer Bike-Ausflug durch Kitzbühels traumhafte Naturarena – oder generalstabsmäßig durchgeplantes Erfüllen vorgegebener Puls- und Laktatwerte auf der immergleichen Hausstrecke?

Abwechslung ist wichtig, aber die Zeit für gemütliche Biketouren in die Berge habe ich erst im Herbst nach der Wettkampfaison. Generell versuche ich mein Intervalltraining sehr strikt und diszipliniert einzuhalten. Im Frühjahr trainiere ich große Umfänge, um die Grundlagenausdauer zu stärken, zwischen den Rennen kurze und intensive Einheiten – und extrem viel mit dem Straßenrad, weil sich da das Training besser planen lässt.

In Österreich ist das Mountainbiken auf Forststraßen und Wanderwegen eigentlich verboten. Welches Arrangement hast du mit deinem örtlichen Förster fürs Trainieren getroffen?

Man darf sich einfach nicht erwischen lassen.





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