Was macht eigentlich ein Beachvolleyballer im Winter? Zum Beispiel ein Trainingslager in Rom - so wie Peter Gartmayer und Clemens Doppler. Nach ihrer Rückkehr sprach Peter über die Chancen bei Olympia, den langen Schatten der Euro und warum sie fitter denn je in die neue Saison starten.
Ihr steckt gerade mitten in der Vorbereitung für die nächste Saison. Wozu eigentlich - ihr habt doch kürzlich gezeigt, dass ihr mühelos auch als Models Karriere machen könntet?
Ach, du meinst dieses Projekt mit Jürgen Fux (Anmerkung: ein Salzburger Künstler). Für seine letzte Ausstellung sind wir Modell gestanden, und die Bilder schauen echt lässig aus. Aber das war eine einmalige Geschichte …
Also bleibt euch doch nichts anderes übrig, als euch durch die Saison-Vorbereitung zu quälen?
Ich fürchte ja. Wir haben zwar ab und zu auch Termine bei denen wir uns für Sponsoren auf den Laufsteg wagen. Aber wir sind nicht so gefragt, dass daraus eine Karriere werden könnte.
Am Ende der vergangenen Saison hast du gesagt: „Der Winter ist die Basis für einen erfolgreichen Sommer 2008.“ Welche Schwerpunkte setzt ihr beim Training zu Jahresbeginn?
Am Anfang stehen ungefähr zwei Monate Training ohne Ball auf dem Programm. Dafür sind wir heuer wieder nach Thalgau ins Red Bull-Leistungszentrum gefahren, wo wir täglich sechs bis sieben Stunden in der Kraftkammer mit Laufen, Rudern und Kraftaufbauübungen verbracht haben. Nach so langer Zeit ohne Ball verliert man zwar den Touch, dafür ist die Grundlagenausdauer danach auf sehr hohem Niveau.
Hat die Arbeit mit dem Ball inzwischen begonnen?
Ja, im Dezember haben wir vier Trainingstage eingeschoben, um mit dem Ball wieder per Du zu werden - zum Glück geht das dann auch sehr rasch. Den größten Teil haben wir zuletzt in Rom mit unserem Trainer Marco Solustri und den russischen Vize-Weltmeistern Dmitri Barsouk und Igor Kolodinsky trainiert. Die beiden sind ein absolutes Spitzen-Team und verlangen dir im Training alles ab. Das Trainingslager war sicher ein Qualitätssprung und wir haben jeden Tag voll ausgenutzt - mehr geht einfach nicht.
Von eurem Trainingslager in Rom seid ihr erst gestern zurückgekehrt. Worauf habt ihr dort besonderes Hauptaugenmerk gelegt?
In Rom sind drei Trainingseinheiten pro Tag auf dem Programm gestanden, nur am Sonntag haben wir frei gehabt. Die Vormittage haben wir in der Kraftkammer verbracht und sonst viel an unserem Spiel gearbeitet. Besonders bei der Annahme und dem Service habe ich im Vergleich zum Vorjahr schon einiges verbessert. In den letzten Trainingseinheiten haben Clemens und ich sehr stark serviert. Das Service ist einfach enorm wichtig, weil es der erste Angriff ist - die Top-Teams bringst du nur mit starkem Service in Verlegenheit. Da haben wir sicher einen großen Sprung nach vorne gemacht.
Im Blog auf eurer Homepage machst du dir darüber Gedanken, dass die Masters-Tour heuer womöglich erneut nicht ausgetragen wird. Welche Auswirkungen hätte das für die heimische Beachvolleyball-Szene?
Es ist zwar noch nicht fix, aber es gibt diese Gerüchte. Ich bin zwar weder Politiker noch Bürgerrechtler und konzentriere mich auf den Sport, aber eine erneute Absage wäre für den Beachvolleyball-Nachwuchs sehr schlecht. Die Masters-Tour ist eine Etappe auf dem Weg zur World-Tour, die dem Nachwuchs dann fehlt. Auch die besten Teams steigen nicht gleich bei der World-Tour ein. Da müssen sich die Leute hinter den Schreibtischen etwas überlegen.
Die Fußball-Europameisterschaft verbessert die Situation wohl auch nicht.
Ich fiebere der Euro zwar schon entgegen, aber für Teams auf Sponsorensuche ist es derzeit sicher eine schwierige Situation. Die Euro zieht die ganze Aufmerksamkeit der Wirtschaft auf sich und macht es nicht gerade leichter sich bei Sponsoren vorzustellen.
Europameister 2007, Platz neun bei der WM und der Einzug unter die Top 10 der Weltrangliste habt ihr schon abgehakt - was sind eure Ziele für 2008?
Wir haben die letzte Saison nach dem Europameister-Titel sehr gut zu Ende gespielt. Ziel ist es, wieder an diese Leistungen anzuschließen. Es wird zwar schwer den Level zu halten, aber wir wollen unseren Platz in der Weltrangliste halten und nicht nach hinten rutschen. Ausreißer nach oben sind natürlich wünschenswert: Die Olympischen Spiele wären dafür der perfekte Zeitpunkt.
Bislang gab es für Österreichs Beachvolleyballer keine Olympische Medaille. Wie stehen die Chancen, dass ihr das in Peking ändert?
Das ist schwer einzuschätzen, weil es von so vielen Faktoren abhängt. Clemens war ja bereits einmal für die Olympischen Spiele qualifiziert, konnte aber wegen einer Verletzung nicht teilnehmen. Das oberste Ziel ist es fit nach Peking zu fahren. Wenn uns das gelingt, dann haben wir dort sicher unsere Chancen auf eine Medaille.