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Interview Christoph Dieckmann und Julius Brink

Christoph Dieckmann - Ein prädestinierter Beachvolleyballer Eigentlich wäre Christoph Dieckmann gerne Fußballstar geworden! Das war zumindest seine Antwort, als man ihn als Kind nach seinem Traumberuf fragte. Mit einer gewaltigen Körpergröße von 1,98 Metern ist der gebürtige Bonner Christoph Dieckmann geradezu prädestiniert für Volleyball. So entschied er sich schon mit 13 Jahren für diesen Sport und wechselte kurze Zeit später in das verwandte Lager der Beachvolleyballer.
Seitdem zeigt die sportliche Karriere des Politik- und Geschichtsstudenten steil nach oben: Nach dem zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften 1998 spielte er mit seinem Bruder und Teamkollegen Markus Dieckmann auch immer öfter internationale Turniere. Ab 2002 war er auch mit seinem neuen Partner Andi Scheuerpflug auf vielen internationalen Turnieren präsent und konnte sich 2002 nach drei Vizemeisterschaften erstmals den ersten Platz bei der Deutschen Meisterschaft sichern.


Seit dieser Saison spielt Christoph mit einem neuen Partner: Julius Brink. Gemeinsam werden sie die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking angehen und wieder 100 % geben. Christophs 5. Platz bei den letzten Olympischen Spielen 2004 in Athen ist hierbei sicherlich das Minimalziel.

Im Interview mit Christoph Dieckmann

Hallo Christoph,


Stelle Dir vor, Du wärst in Kanada aufgewachsen. Würden wir dann vielleicht den Eishockey-Profi Christoph Dieckmann vor uns haben? Wieso gerade Beachvolleyball?

 

Ich befürchte, dass mir für Profi-Eishockey die Zweikampfstärke fehlen würde. ;-) Als Schüler habe ich aber gerne ab und zu Eishockey gespielt.

Kanada hat übrigens schon eine Bronzemedaille im Beachvolleyball bei Olympia gewonnen. Ist also eine Beachvolleyball-Nation!

Ich kam zum Beachvolleyball, weil ich Volleyball lieber im Freien und nur zu zweit spiele. Zum Volleyball kam ich, weil meine Mutter mich früher mit zu den Erstligaspielen des Klubs meiner Heimatstadt genommen hat.
 

Was machst Du als Sommersportler in den Wintermonaten? Flucht in die Halle oder in südliche Länder?


Beides. Erst in die Beachhalle zur Gewöhnung, dann ab Januar nach Australien, Rio, Fuerteventura.




Siehst Du eine Zukunft für Indoor Beach Turniere?

 

Ja, auf jeden Fall. Es gibt schon den Beach Nations Cup und einige andere kleinere Turniere. Leider unterstützen die nationalen und internationalen Verbände Indoor Beach Turnier noch nicht immer so, wie es sein müsste, da sie Angst haben, dass dadurch Hallenvolleyball leidet.

 

Was macht für Dich persönlich den Reiz Deiner Sportart aus?

Es ist eine besondere Herausforderung: im Freien, oft unter schwierigen Bedingungen (Kälte, Hitze, Sonne, Wind, Regen), man ist nur zu zweit auf einer grossen Fläche, man muss alle Elemente beherrschen, darf sich keine Schwächen erlauben.

Jeder Punkt ist daher eine große Herausforderung. Diese zu meistern ist ein tolles Gefühl!
 

Was fällt Dir spontan zu folgenden Schlagwörtern ein:


Sand – mein Metier. Für den Laien kaum zu glauben: jeder Sand, auf dem gespielt wird ist unterschiedlich und wirkt sich deshalb auch verschieden auf das Spiel aus.


Anspannung – sollte vor jedem Spiel da sein. Sonst wird es schwierig, seine optimale Leistung zu bringen. Wenn ich eine gewisse Anspannung spüre, weiss ich: Ich bin in der richtigen Verfassung für ein sehr gutes Spiel.


Matchball – darauf arbeiten wir hin. Gibt einem den Extrakick, um noch mal eine besondere Aktion zu vollbringen und das Match erfolgreich zu beenden.

 

Karriere – bislang bin ich mit meiner sehr zufrieden. Ich hoffe, es geht so weiter und wird noch besser!


Verletzungspech – hatte ich schon. Man kann viel dagegen tun. Aber leider ist man nicht dagegen gefeit.

 

Als Beachvolleyball-Profi bereist Du die ganze Welt. Hast Du schon Deinen Traumspot gefunden, um Dich zur Ruhe zu setzen?

Manly (Sydney) wäre toll. Ist aber ziemlich weit weg von zuhause. Deshalb vielleicht doch eher im kalten Deutschland?

 

Bist Du auch einmal genervt von zu viel Sand?


Vom Sand direkt eher nicht (ich bin ja Blockspieler und muss daher nicht so häufig in den Sand wie die Abwehrspieler ;-), aber am Ende des Sommers ist man doch auch irgendwann froh, wenn die kälteren Herbsttage kommen und man „Ferien“ hat.

 

Wie wichtig ist der Teamgedanke beim Beachvolleyball?


Ganz entscheidend. Man ist zwar nur ein kleines Team, aber wenn man nicht zusammen spielt, hat man keine Chance sein gesamtes Potential auszuspielen.

Dein Alternativsport für den Winter?

Bundesliga und Champions League im TV ;-)  

Julius ist Beachvolleyballer aus vollem Herzen.

Julius Brink ist Beachvolleyballer aus vollem Herzen. Der Münsteraner ist 1998 zum Volleyball gestossen und wechselte nur ein Jahr später vom Hallenboden auf Sand, wo er schnell aufstieg und sich einen nationalen und internationalen Ruf erarbeiten konnte.

 

Schon mit seinem langjährigen Partner Kjell Schneider konnte der 24-jährige Profi weltweite Triumphe feiern. Seit dieser Saison hat er mit Christoph Dieckmann einen neuen Partner gefunden, mit dem er die Welt bereist und an den schönsten Stränden dieser Welt um weitere Siege zu kämpfen.

„Unsere Ziele sind die Top Ten in der Weltrangliste für 2006, die Olympia-Qualifikation und die Goldmedaille“, nimmt sich Julius selbstbewusst für die Saison vor. Und zusammen mit Christoph Dieckmann als deutsches Beach-Duo mit der größten Angriffslust und weitesten Erfahrung dürfte das Jahr für die zwei sicherlich wieder sehr erfolgreich verlaufen.

Im Interview mit Julius Brink

Hallo Julius,
stelle Dir vor, Du müsstest eine Person für Beachvolleyball begeistern, die noch nie davon gehört hat. Wie gehst Du vor?

Ich nehme sie mit ins Trainingslager nach Rio und dann nach Manly und wenn sie dann Beachvolleyball noch nicht für den geilsten Sport der Welt hält, dann muss sie mit nach Klagenfurt kommen, zum wohl besten Beachvolleyballturnier der World Tour.
Durch die Welt zu reisen und dabei Deinen Sport auszuüben – ist das für Dich mehr Job oder definitiv Leidenschaft?


Definitiv mehr Leidenschaft! Mir macht das Reisen und das viele Training sehr viel Spass. Nur bei Trainingseinheiten, die um 6 Uhr morgens beginnen, denke ich ab und zu an den Begriff „Arbeit“.

Wie geht man um mit fortschreitender Professionalisierung des Sports im Laufe einer Pro Karriere?


Das verläuft eigentlich schleichend. Auch meine Auffassung und Ausübung meines Berufs professionalisierte sich über die letzten Jahre mehr und mehr. Erst seit 2, 3 Jahren arbeite ich wirklich professionell.
Bitte vervollständige folgende Sätze:

Beachvolleyball ist für mich...
der schönste Sport der Welt!

Ohne Sand zwischen den Zehen und Sonne auf der Haut würde ich...
in einen Zustand der Unausgeglichenheit verfallen.

Mein Partner beim Beachvolleyball ist für mich... der Schlüssel zum Erfolg.

Zu Siegen und zu verlieren ist im Sport...
ganz normal.

Ein wichtiges Match zu verlieren ist wie...
in einen Haufen Hundekot zu treten.
Gibt es Tage, die Du lieber auf Asphalt anstatt auf Sand verbringst?

Nein!

Wie sieht Dein Frühstück vor einem Match aus?

Joghurt und Fruchtsalat, dazu meine alltägliche Vitalstoffmischung.

Wie sieht Dein Abendessen nach einem Match aus?

Nach einem gewonnen Match: Üppig! Nach einem verlorenen: Wasser und Brot.

Was machst Du nach einem langen Turnierwochenende?

Liebend gerne den Tag bei meinen Eltern verbringen und Kraft tanken.  






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