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Baffin Expedition - Reiseziel: Nirgendwo

Auf Stefan Glowaczs nächster Klettertour muss die gesellige Hüttengaudi ausfallen – und zwar in Ermangelung von Gesellschaft, Hütte und Gaudi. Ziel seiner Expedition auf die nahezu unerforschte Baffin-Insel: eine Wand, die bisher weder begangen noch kartographiert wurde. Es ist verdammt kalt hier.
Gäbe es einen Reiseführer für die Baffin-Insel, würde nicht viel mehr als dieser Satz drinstehen. Denn: Darüber hinaus gehende Details sind über die zwischen Grönland und der kanadischen Nordküste gelegene unbewohnte Rieseninsel schlichtweg nicht bekannt. Für Stefan Glowacz, den deutschen Extremkletterer, macht gerade das den Reiz seines Vorhabens aus: „Etwas erleben, was vor mir noch keiner erlebt hat – und diese Erfahrung mit einer athletischen Spitzenleistung verbinden.“
Sieben Wochen in der Todeszone
 

Glowaczs athletische Spitzenleistung besteht darin, sich zunächst gemeinsam mit drei Gefährten – Extrembergsteiger Robert Jasper, Fotograf Klaus Fengler und Navigator Mariusz Hoffmann – mit Schlitten und Snowmobiles von Pond Inlet zur Baffin Bay durchzuschlagen. Nach der rund 240 Kilometer langen Tortur durch ewiges Eis soll dann eine der über 1000 Meter hohen Wände des Querbitter-Fjords erklettert werden, von denen bisher nur Luftaufnahmen existieren. Den Rückweg, wieder durch eine lebensfeindliche Eiswüste bei Temperaturen um die -20 Grad, nimmt das Quartett ohne technische Hilfsmittel auf sich: Mit Skiern und Kites soll innerhalb von zwei Wochen das 350 Kilometer entfernte Clyde River erreicht werden.

Viele unbekannte Variablen
 

„Wir wissen nicht, was uns erwartet“, sagt Glowacz über die am 24. April beginnende Expedition. Immer noch sind viele nicht ganz unerhebliche Fragen offen: „Reicht die Länge unserer Sicherungsseile? Wissen wir genug über die Fels-Qualität? Und sind wir mit unseren Winchester-Gewehren und mobilen Zäunen, die wir bei Nacht um unser Lager spannen, wirklich ausreichend gegen die Eisbären geschützt?“ Je 23 Kilogramm Gepäck wird jeder Expeditionsteilnehmer auf Schlitten mit sich führen. „Wir werden sieben Wochen lang frieren und an unsere Grenzen gehen“, so der 43-Jährige, „aber auch daran gewöhnt man sich.“
 





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