Martin Lugger/Red Bull Photofiles

Markus Kröll -

Am 6. September findet bereits zum 21. Mal der Red Bull Dolomitenmann statt. Mit am Start ist auch Österreichs derzeit bester Bergläufer, Markus Kröll. Im Interview spricht der 36-Jährige über Schmerzen und Glücksmomente beim härtesten Extremsportbewerb der Welt.

Andreas Goldberger hat einmal gesagt: „Die Kunst beim Berglauf ist ganz einfach: Geh an dein Limit, aber ja nicht darüber.“ Auch deine Meinung?


Die Erklärung ist an sich genial, aber leider nicht immer so leicht umzusetzen. Besonders bei den Positionskämpfen am Start geht es sehr hektisch zu. Da kommt es schon vor, dass man sich verleiten lässt und das Rennen zu schnell beginnt. Wenn das passiert, bekommt man das am Berg zu spüren, und der Weg ins Ziel wird immer länger. Optimal wäre es, wenn man sich auf den eigenen Lauf konzentriert und auf den letzten Kilometern noch einmal das Tempo erhöhen kann.


Der Red Bull Dolomitenmann gilt als der härteste Extremsportbewerb der Welt. Was macht für dich die Faszination aus?


Es gibt sicher angenehmere Sachen, als in so kurzer Zeit so viele Höhenmeter zurückzulegen. Aber wenn man beim Rennen sieht, wie viele Zuschauer einen beim „Goggsteig“ anfeuern, dann weiß man, wofür man sich im Training gequält hat. So eine Stimmung gibt es bei keinem Bewerb im Weltcup.


Die Bergläufer erwartet auf einer Strecke von 11,1 Kilometern ein Höhenunterschied von 1950 Metern. Stellt man sich da nicht manchmal die Frage: „Warum tue ich mir das überhaupt an?“

Bisher habe ich mir diese Frage noch nicht gestellt. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich noch mehr aus mir rausholen kann. Wenn ich dieses Gefühl nicht mehr habe, dann wäre es an der Zeit aufzuhören.


In einem früheren Interview hast du gesagt, dass du mit dem Red Bull Dolomitenmann extreme Schmerzen verbindest. Was war deine bislang schlimmste Erfahrung?

Im Vorjahr bin ich mit einem doppelten Bänderriss im Knöchel gelaufen und habe mir unterwegs eingeredet, dass ich keine Schmerzen habe – doch es waren die schlimmsten, die ich je hatte. Aber auch meinen Teamkollegen ist es nicht besser gegangen: Unser Kajak-Starter Harald Hudetz war auch am Knöchel verletzt und Mountainbiker Roland Stauder ist mit Fieber gestartet. Insofern war unser vierter Platz eine sehr ordentliche Leistung.

 
Nach dem verkorksten Vorjahr kann es heuer eigentlich nur noch besser werden. Mit welchen Erwartungen startest du diesmal ins Rennen?

Ich habe insgesamt schon sieben Mal gewonnen, daher kann das Ziel eigentlich nur ein weiterer Sieg sein. Aber der Red Bull Dolomitenmann ist ein Teambewerb und da kann nach dem Lauf noch so viel passieren: Schwierigkeiten beim Paragleiter, ein technischer Defekt beim Mountainbike oder Probleme mit der Spritzdecke beim Kajak. Ich werde mich auf jeden Fall auf meinen Part konzentrieren, und hoffentlich unter die Top drei kommen. Danach kann ich nur noch warten.






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