Martin Lugger, Red Bull Photofiles
Die waagemutigen Bruchpiloten
Als der Red Bull Dolomitenmann 1988 zum ersten Mal stattfand, kannten die wenigsten Teilnehmer echte Mountainbikes. Warum auch, gab es doch vorher nicht einmal Mountainbike-Weltmeisterschaften. Doch nachdem der Dolomitenmann-Erfinder Werner Grissmann das Ziel nicht am Berg haben wollte, schickte er die Teilnehmer auch gleich noch den Berg runter.
Das war allerdings zu viel für das damalige Material. Die schweren Stahlrahmen, die bereits bei der Uphill-Sektion den Körper der Athleten arg beanspruchten, sorgten bei der Abfahrt für wahre Höllenritte. Über Stock und Stein ging es bei 26% Durchschnittsgefälle die rund 1400 Höhenmeter hinunter. Für manch ein Fahrrad war das damals zu viel. Nicht wenige trennten sich auf der Strecke von ihren Rädern, unfreiwillig - versteht sich. Hatten die Athleten aufgrund der brutalen Steigungen die Räder aufwärts bereits teilweise tragen müssen, so ging es ihnen downhill nicht besser. Der fehlende Vorderreifen oder der entzweite Rahmen zwangen dazu. Aufgegeben hat beeindruckender Weise damals kaum einer. Jeder wollte ins Ziel.